Die Formen unserer Rosenblüten haben sich besonders in den letzen beiden Jahrhunderten vielfältig verändert. Die Rose ist eine alte Kulturpflanze des Menschen und durch die Arbeit der Rosenzüchter spiegeln Form und Farbe der Rosen den jeweils vorherrschenden Zeitgeist oder die Mode in erstaunlicher Weise wider.
Auch der Retrolook zurück zu den „Historischen Rosen“ ist erklärbar. In einer Zeit der schnellen Veränderungen sehnt man sich unbewusst zurück in die Zeiten der unbeschwerten Kindheit, die vielleicht den Garten der Großeltern mit einer Vielzahl duftender, altmodischer Rosen als Hintergrund haben. So gesehen, ist der Trend zu nostalgischen Rosen der Versuch, die Zeiten der Vergangenheit wieder zu erleben. Vielleicht wird aber auch eine neue Generation von Gartenfreunden auf dem Weg zu mehr naturnahen Gärten die Eleganz einer einfachen fünfblättrigen Rosenblüte als einen bewussten Schritt zurück zur Natur erleben und verstehen.
Blütenstände in ausgeprägten Dolden
Besonders Liebhaber von naturnahen Gärten schwärmen von Rosen, die ihre Blüten in ausgeprägten Dolden hervorbringen und sich besonders harmonisch mit Staudenpflanzungen vertragen. Generell unterscheiden wir doldenblütige Rosen mit offenen, einfachen Blütenschalen und doldenblütige Rosen mit kleinen, stark gefüllten, mehr nostalgisch anmutenden Rosenblüten. Botaniker unterscheiden auch bei Rosen die zusammengesetzten Blütenformen nach dem Schema: Traube, Rispe, Doldentraube, Dolde und Scheindolde.
Einfache Blüten mit fünf Blütenblättern
In den Fachbüchern über Rosen wird die Füllung der Rosenblüten nach sehr einfachen Regeln definiert. Es bedeuten
- 5 bis 10 Blütenblätter eine einfache Blüte
- 10 bis 20 Blütenblätter eine halb gefüllte Blüte
- 20 bis 40 Blütenblätter eine gut gefüllte Blüte
- über 40 Blütenblätter eine stark gefüllte Blüte
Die Zahl Fünf ist allen Kindern der Rosacean-Familie heilig. Sie ist die wirkliche Urform der Rose und das Erkennungszeichen der großen Familie, die ja nicht nur Rosen umfasst, sondern auch Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen und viele weitere Ziersträucher unter ihrem Dach vereint.
Halb gefüllte Blüten Sicher hat es in der Natur durch spontane Mutationen (Genveränderungen) immer wieder Rosen gegeben, die aus den Ur-Gartenrosen, wie Rosa gallica, R. × damascena und R. × alba, entstanden sind und mehr Blütenblätter als die ursprünglichen fünf besitzen. Diese sind von Menschen durch Stecklinge oder Ableger weitervermehrt worden und erreichten eine weite Verbreitung.
Heute kennen wir besonders auf dem Gebiet der Beet- und Kleinstrauchrosen viele Sorten, die mit ihren halb gefüllten Blüten noch genügend Spielraum lassen für Stempel und Blütenpollen, damit im naturhaften Garten für die Insekten der Tisch gedeckt ist. Halb gefüllte Rosenblüten zählen in der Regel zwischen 10 und 20 Blütenblätter.
Edelrosenförmige BlütenIn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden aus den Remontant-Hybriden durch weitere Entwicklung die Teehybriden, die wir heute unter dem Begriff Edelrosen kennen. Mit dem Erscheinen der ersten Edelrose ‘La France’ im Jahr 1867 begann eine neue Rosen-Zeitrechnung. Alle vor diesem Datum entstandenen Rosen werden deshalb als „Alte Rosen“ oder „Historische Rosen“ in den Katalogen geführt.
Bekannte Rosenautoren meinen aber auch, dass die Begriffe „Alte Rosen“ oder „Historische Rosen“ nicht zeitlich exakt und zu eng ausgelegt werden sollen. Sie plädieren im Sinne der Verbraucher eher für einen Stilbegriff als für einen Zeitbegriff für diese Rosengruppe, denn Ende des 19. Jahrhunderts galten Schnittrosen aus der Gruppe der Edelrosen als ein Zeichen von Luxus und spielten in der vornehmen Gesellschaft eine wichtige Rolle als Statussymbol. Edelrosen finden wir mit Blütenblättern in der Anzahl zwischen 20 und 60.
Schalenförmige BlütenDiese Blütenform ist eine gelungene Symbiose zwischen Natur- und Kulturpflanze. Wir erkennen die Staubgefäße und Griffel der Rosenblüte und erfreuen uns an 20 bis 40 Blütenblättern, die das Innere der Blüte beschützen wollen.
Rosettenförmige Blüten Mit dem erwachenden Interesse für nostalgische Rosen aus Großmutters Garten kamen rosettenförmige Blütenformen wieder in das Blickfeld der Rosenwelt. Ungefähr seit dem Beginn der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts bieten die Rosenzüchter in ihren Katalogen Rosen an, die mit der Einkreuzung alter historischer Rosen mit modernen Gartenrosen dem neuen Trend der Gartenkultur entsprechen.
Rosettenförmige Blüten entstanden durch die Umwandlung von Staubgefäßen zu Blütenblättern. Sie haben oft 50 bis 70 Blütenblätter. Eine Sonderform sind Rosettenblüten, die durch die Stellung der Blütenblätter den Eindruck einer geviertelten Blüte erwecken.
Pompon-BlütenSie sind eine weitere Spielart der stark gefüllten Rosen mit einer Vielzahl eher kleinerer Blütenblätter.
Ballonförmige Blüten Auch diese Blütenform ist aus ähnlichen Gründen wieder in die Rosenzüchtung eingeflossen. Sie erinnert an die Rosa centifolia der alten holländischen Meister. Hier finden wir in der Regel zwischen 40 und 70 Blütenblätter pro Blüte. Manche dieser Rosen sind jedoch empfindlich gegen starke Niederschläge. Zarte Blütenblätter haben dann nicht die Kraft, sich zu öffnen, und verkleben. Deshalb arbeiten Rosenzüchter hier besonders mit Rosensorten, deren Blütenblätter eine gute Festigkeit aufweisen.
Für eine gelungene Gestaltung mit Rosen ist das Wissen über deren Eigenschaften unerlässlich. Alles über Rosen erfahren Sie hier:
[Weiter zum Ulmer Buchshop]
Starten Sie die Bilderstrecke durch Klick auf eines der Bilder (2 Bilder)
zurück zur Liste
Artikel drucken
Efeu
Hedera helix Zur Gattung Hedera zählen etwa zehn Arten, die sich nach Form und Farbe ihrer drei- bis fünflappigen Laubblätter unterscheiden. Sie passen sich allen Bedingungen an und entgiften die...
weiter lesen ...
Grünlilie, Grüner Heinrich
Chlorophytum comosum Zur Gattung Chlorophytum gehören mehrere Arten. Sie wachsen ganz charakteristisch horstartig mit schmalen, gebogenen, frischgrünen Blättern, die meist creme-farbene Ränder oder...
weiter lesen ...
Kentiapalme, Howeapalme
Howea forsteriana Kentiapalmen zählen zu den ältesten Zimmerpflanzen. Man pflanzt sie zu zwei, drei oder fünf Exemplaren in einen Topf, um einen üppigeren Eindruck zu erreichen. Die Wurzeln sind...
weiter lesen ...
Peruanischer Säulenkaktus
Cereus repandus Im Topf wächst dieser Kaktus schnell. Ältere Exemplare können duftende weiße Blüten bilden, die aber nach einer Nacht verwelken....
weiter lesen ...
Zwergpalme und Bergpalme
Europäische Zwergpalme Chamaerops humilis Seifriz-Bergpalme Chamaedorea seifrizii Diese wohlproportionierten Palmen sind grün vom „Scheitel bis zur Sohle“ und erinnern an kleine Bambusarten. Sie...
weiter lesen ...
Bärlauch nicht verwechseln!
Bärlauch wird in unserer Küche immer beliebter. Seine Blätter besitzen einen dem Knoblauch ähnlichen Geschmack ohne aber den störenden Mund- oder Körpergeruch auszulösen. Bärlauch wächst in der...
weiter lesen ...
Die Zistrose
Die Zistrose, botanisch Cistus genannt, ist innerhalb der Familie der Zistrosengewächse (Cistaeae) eine eigene Gattung, die mit 22 Arten vertreten ist. Die meisten Arten davon kommen im westlichen...
weiter lesen ...
Zarte Hülsen mit großen Samen
Die Bohne (Phaseolus vulgaris) stammt ursprünglich aus den tropischen und subtropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas und ist dort schon seit jeher zusammen mit Mais das wichtigste...
weiter lesen ...
Begonie, Schiefblatt
Blütenbegonien Begonia × hiemalis und Blattbegonien Rex-Cultorum-Gruppe Diese Blütenpflanzen werden seit mehreren Jahrhunderten kultiviert. Ihre verschwenderische Blüte dauert monatelang. Begonien...
weiter lesen ...
Dieffenbachie, Schweigrohrwurzel
Dieffenbachie seguine Die Dieffenbachie ist eine Grünpflanze mit prächtigem Laub, das mehr oder weniger stark cremeweiß geädert oder gesprenkelt ist. Die großen Blattflächen bedingen, dass die...
weiter lesen ...